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Stundensatz-Rechner für Handwerksbetriebe

Der häufigste Kalkulationsfehler im Handwerk ist ein zu niedriger Stundensatz. Er entsteht, weil unproduktive Zeiten und Gemeinkosten nicht eingerechnet werden. Dieser Rechner macht beides sichtbar – in zwei Minuten, ohne dass eine einzige Zahl unseren Server erreicht.

1 · Personalkosten

Was der Mitarbeiter brutto pro Stunde bekommt.

Sozialabgaben, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Lohnfortzahlung, Berufsgenossenschaft, Arbeitskleidung. Im Bauhauptgewerbe mit SOKA-Bau oft über 90 %.

2 · Verfügbare Zeit

Produktive Zeit = Anteil, den du dem Kunden tatsächlich berechnen kannst. Fahrzeiten, Werkstatt, Materialholen, Aufmaßtermine ohne Auftrag und Gewährleistung zählen nicht dazu. Realistisch sind 75–85 %.

3 · Gemeinkosten des Betriebs

Miete, Fahrzeuge, Werkzeug, Versicherungen, Büro, Software, Steuerberater, Werbung.

Nur die, die Kundenstunden leisten – Büro nicht mitzählen.

4 · Gewinn

Kein Luxus, sondern Puffer für Gewährleistung, Forderungsausfälle und Investitionen. Unter 5 % wird es eng.

So rechnet dieser Rechner

Der Stundenverrechnungssatz entsteht in vier Schritten. Wir legen sie offen, damit du das Ergebnis nachvollziehen und gegen deine eigene Kalkulation halten kannst.

  1. Lohnkosten je produktiver Stunde. Bruttolohn plus Lohnnebenkosten ergibt die tatsächlichen Personalkosten. Diese werden nicht durch alle bezahlten Stunden geteilt, sondern nur durch die verkaufbaren – das ist der Schritt, den die meisten Betriebe auslassen.
  2. Gemeinkosten je Stunde. Die jährlichen Gemeinkosten werden auf alle produktiven Stunden aller produktiven Mitarbeiter verteilt.
  3. Selbstkosten. Lohn plus Gemeinkosten. Unterhalb dieses Werts machst du bei jedem Auftrag Verlust – ohne es zu merken, weil Umsatz reinkommt.
  4. Gewinnaufschlag. Wird auf die Selbstkosten aufgeschlagen. Ergebnis ist der Nettosatz, den du kalkulieren musst.
Wichtiger Hinweis

Dieser Rechner liefert eine Orientierung auf Basis deiner Eingaben, keine Betriebsberatung und keine Steuerberatung. Für die verbindliche Kalkulation deines Betriebs sprich mit deinem Steuerberater oder der Betriebsberatung deiner Handwerkskammer.

Der häufigste Fehler

Der klassische Fehler sieht so aus: Der Chef rechnet 22 Euro Bruttolohn, schlägt „so ungefähr das Doppelte“ auf und landet bei 45 Euro. Rechnet man sauber, kommt bei denselben Zahlen ein deutlich höherer Satz heraus – weil 20 Prozent der bezahlten Zeit gar nicht verkauft werden können und die Gemeinkosten in der Daumenrechnung komplett fehlen.

Der Unterschied zwischen beiden Zahlen ist nicht theoretisch. Bei 6.000 verkauften Stunden im Jahr entscheidet jeder Euro Differenz über 6.000 Euro Ergebnis.

Kalkulationsvorlage zum Weiterrechnen

Wenn du mit mehreren Lohngruppen und Kostenstellen rechnen willst, reicht ein Online-Rechner nicht. Die Vorlage schicken wir dir kostenlos zu.

Du bekommst: eine Kalkulationsvorlage als Excel-Datei plus die Prüfliste für den Software-Demotermin

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Stundenlohn und Stundenverrechnungssatz?

Der Stundenlohn ist das, was der Mitarbeiter bekommt. Der Stundenverrechnungssatz ist das, was du dem Kunden berechnen musst, damit nach Lohnnebenkosten, unproduktiven Zeiten, Gemeinkosten und Gewinn etwas übrig bleibt. Zwischen beiden liegt typischerweise der Faktor 2,5 bis 4 – wer den Stundenlohn plus einen kleinen Aufschlag berechnet, arbeitet mit Verlust.

Warum sind produktive Stunden so viel weniger als Arbeitsstunden?

Weil nicht jede bezahlte Stunde verkauft werden kann. Fahrzeiten, Materialbeschaffung, Werkstattarbeit, Aufräumen, Besprechungen, Aufmaßtermine ohne Auftrag und Gewährleistungsarbeiten sind bezahlte, aber nicht berechenbare Zeit. Realistisch sind 75 bis 85 Prozent produktive Zeit – wer mit 100 Prozent rechnet, kalkuliert sich systematisch arm.

Welchen Gewinnaufschlag sollte ich ansetzen?

Ein Gewinnaufschlag unter 5 Prozent lässt keinen Puffer für Gewährleistung, Forderungsausfälle oder Investitionen. Üblich sind 5 bis 15 Prozent. Wichtig: Der Gewinn ist keine Restgröße, die übrig bleibt, sondern eine Kostenposition, die eingeplant wird – sonst finanzierst du dein Wachstum aus dem Nichts.

Rechnet dieser Rechner mit oder ohne Mehrwertsteuer?

Ohne. Das Ergebnis ist der Nettostundensatz, den du in die Kalkulation einsetzt. Für Privatkunden kommt die Umsatzsteuer noch obendrauf.

Werden meine Eingaben gespeichert?

Nein. Die Berechnung läuft vollständig in deinem Browser. Es werden keine Zahlen an uns oder an Dritte übertragen, und wir speichern nichts.

Stundensatz in deinem Gewerk

Die Kalkulationsgrundlagen unterscheiden sich je nach Gewerk erheblich – Materialbindung, Fahrzeiten und Bereitschaft schlagen unterschiedlich durch.